landwirtschaftliche Kultur
Eine „landwirtschaftliche Kultur“ bezeichnet im agrarischen Sprachgebrauch eine gezielt angebaute Nutzpflanzenart oder -gruppe, die im Rahmen der Landwirtschaft kultiviert wird.
Der Begriff umfasst sowohl die Vorbereitung und Nutzung des Bodens als auch die Pflege der Pflanzenbestände, um eine optimale Ernte zu erzielen. Diese Pflanzen werden als Kulturpflanzen bezeichnet und dienen der Produktion von Nahrungsmitteln, Futtermitteln, Agrarrohstoffen oder anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen.
„Kultur“ hebt dabei hervor, dass es sich nicht um „wild“ wachsende Vegetation handelt, sondern um planmäßig angebaute und gepflegte Bestände mit einem wirtschaftlichen Zweck.
Schließlich steckt Im Wort „Agrikultur“ das lateinische „cultura“, das ursprünglich „Bearbeitung, Pflege (des Ackers)“ bedeutet, also das Kultivieren des Bodens durch den Menschen. In „Agrikultur“ meint „Kultur“ deshalb nicht „Feuilleton-Kultur“, sondern die planvolle Bearbeitung und Pflege von Ackerland, aus der sich später die allgemeine Bedeutung von Kultur als menschengemachte Lebensform entwickelt hat.
Wichtige Aspekte landwirtschaftlicher Kulturen:
- Ackerbau-Kulturen: Umfassen in Deutschland überwiegend Getreide (Weizen, Mais), Raps, Zuckerrüben und Kartoffeln.
- Sonderkulturen: Intensive Anbauformen für z.B. Wein, Obst, Gemüse, Kräuter oder Beeren, die oft besondere Standortbedingungen erfordern.
- Dauergrünland: Wiesen und Weiden, die knapp 28,5% der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland ausmachen.
- Alternative Formen: Permakultur (nachhaltige Dauerkulturen) und mehrjährige Energiepflanzen wie die Durchwachsene Silphie.
- Bedeutung: Sie sind essenziell für die Welternährung, dienen der Biodiversität (z.B. durch Hecken, Ackerraine) und formen seit Jahrhunderten die Kulturlandschaft.
Die Wahl der Kultur ist abhängig von Klima, Boden und zunehmend von ökonomischen Faktoren (z.B. Marktbedingungen).