Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Troadkasten

Ein Troadkasten (oberdeutsch für Getreidekasten) ist ein traditioneller Speicherbau, der vor allem im alpenländischen Raum – insbesondere in Österreich (Kärnten, Steiermark) und Bayern – verbreitet ist.

In Troadkästen wurde Getreide (= ugs. „Troad“), auch Saatgut und Mehl eingelagert, manchmal auch geräuchertes Fleisch. In manchen Regionen Österreichs war es üblich, dass jeder Bauernhof seinen eigenen Troadkasten besaß. Diese kleinen Häuschen lagen in der Regel zwar einigermaßen nahe zum Bauernhof, aber dennoch etwas abseits – zum Schutz vor Feuer. Schließlich ging mit dem Betrieb eines Bauernhofes immer auch eine gewisse Brandgefahr einher.

Es gibt etliche bauliche Variationen: Zuerst errichtete man Troadkästen vorwiegend aus Holz, dann eher aus Stein. Allen gemein war üblicherweise, dass sie auf Stelzen gebaut wurden. Dies diente zum Schutz des Getreides vor Bodenfeuchtigkeit, Tierfraß (Mäuse!) und Schädlingsbefall. Viele Troadkästen waren zweistöckig, manche hatten einen Balkon.

Heute haben Troadkästen ihre ursprüngliche Funktion weitgehend verloren, da wir Getreide im Supermarkt kaufen oder in modernen Silos lagern. Viele dieser historischen Bauten wurden jedoch liebevoll restauriert und dienen heute als

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