Seide
Seide ist eine natürliche Proteinfaser, von der einige Formen zu Textilien gewebt werden können. Die Proteinfaser der Seide besteht hauptsächlich aus Fibroin. Seide ist die einzige in der Natur vorkommende textile Endlosfaser.
Das schimmernde Aussehen von Seide ist auf die dreieckige, prismenartige Struktur der Seidenfaser zurückzuführen, die dazu führt, dass Seidenstoffe einfallendes Licht in verschiedenen Winkeln brechen und so unterschiedliche Farben erzeugen.
Sie wird am häufigsten von bestimmten Insektenlarven zur Bildung von Kokons produziert. Die bekannteste Seide wird aus den Kokons der Larven der Maulbeerseidenraupe Bombyx mori gewonnen, die in Gefangenschaft gezüchtet werden.
Der Seidenspinner (lat. Bombyx mori) wurde vor rund 5000 Jahren in China für die Seidengewinnung domestiziert. Er durchläuft nach dem Schlupf aus einem kleinen runden Ei eine vollständige Metamorphose: von der Raupe zur Puppe im Seidenkokon bis zum Falter. Die Raupe ernährt sich dabei ausschließlich von den Blättern des Maulbeerbaums.
Seide war eine wichtige Handelsware, die über die Seidenstraße nach Europa transportiert wurde. Neben China, wo heute noch der Hauptanteil produziert wird, sind Japan und Indien weitere wichtige Erzeugerländer, in denen der Seidenbau betrieben wird.
Seide ist nicht nur für die Herstellung von Kleidung interessant, sondern kann auch im medizinischen Bereich (z.B. bei der Beschichtung von Implantaten) Anwendung finden. Seide kennt man grundsätzlich als tierische Faser, die im Mund der Seidenspinner-Raupe hergestellt wird. Ein biotechnologisches Verfahren soll nun die Herstellung aus nachwachsenden Rohstoffen ermöglichen.