Opium
Opium (von griechisch ὀπος „Saft“, in Bezug auf den Milchsaft von Papaverarten), (früher) auch 'Mohnsaft' genannt, ist der durch Anritzen gewonnene getrocknete Milchsaft unreifer, ausgewachsener Samenkapseln des zu den Mohngewächsen (Papaveraceae) gehörenden Schlafmohns (Papaver somniferum). Im Verlauf des Trocknungsprozesses entsteht aus dem Milchsaft durch Autooxidation eine braune bis schwarze Masse, das Rohopium. Die wirksamen Hauptbestandteile des Opiums sind die Alkaloide Morphin, Codein und Thebain.
Opium ist unter anderem ein Rauschmittel und Betäubungsmittel. Neben den daraus gewonnenen genannten natürlichen Alkaloiden stellt das halbsynthetische Diacetylmorphin, allgemein unter seinem Handelsnamen Heroin bekannt, das weitestverbreitete Morphin-Derivat dar. Es werden auch vollsynthetische Substanzen hergestellt, die an den Opioidrezeptoren wirken (Fentanyl, Pethidin u. v. a.). Die natürlich vorkommenden und synthetisierten Substanzen werden in die Gruppen der Opiate und Opioide eingeordnet und entsprechend bezeichnet.
Produzenten
Sechs Länder dürfen unter Aufsicht der Vereinten Nationen Opium legal für die pharmazeutische Industrie (zur Gewinnung von Schmerzmitteln wie Morphium und Codein) produzieren: Türkei, Indien, Australien (Tasmanien), Frankreich, Spanien und Ungarn, wobei die Türkei etwas über die Hälfte der gesamten legalen Menge auf etwa 700 Quadratkilometern Anbaufläche produziert.
Die weltweite Produktion von illegalem Opium (dem Grundstoff für Heroin) konzentriert sich primär auf wenige Regionen, wobei es in den letzten Jahren zu einer historischen Verschiebung der Marktführerschaft gekommen ist.
Gemäß den aktuellen Berichten des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) sieht die Rangordnung der Hauptproduzentenländer wie folgt aus: Myanmar, Afghanistan, Mexiko, Laos.
| Region | Beteiligte Länder | Status |
| Das Goldene Dreieck | Myanmar, Laos, Thailand | Derzeit das globale Epizentrum der Opium- und Heroinproduktion (angeführt von Myanmar). |
| Der Goldene Halbmond | Afghanistan, Pakistan, Iran | War jahrelang die unangefochtene Nummer 1, leidet aktuell jedoch unter dem harten Durchgreifen und den Anbauverboten in Afghanistan. |
Verwendung
Medizinische Verwendung
- Schmerztherapie: Über Jahrtausende das stärkste verfügbare Schmerzmittel – bereits im Papyrus Ebers (um 1550 v. Chr.) als Narkotikum erwähnt, auch Hippokrates nutzte es. Heute wird reines Opium kaum noch direkt eingesetzt, sondern dessen Einzelalkaloide Morphin und Codein.
- Hustendämpfung: Codein wirkt als Antitussivum (Hustenblocker) mit geringem Suchtpotential.
- Durchfallbehandlung: Opiumtinktur (Tinctura opii/Laudanum) wurde klassisch gegen schwere Diarrhöen eingesetzt, da Opioide die Darmperistaltik verlangsamen.
- Palliativmedizin: Morphin bis heute unersetzlich bei starken Schmerzen, Tumorschmerzen und in der Sterbebegleitung.
- Historisch auch in der Psychiatrie: Sogenannte „Opiumkuren" zur Behandlung von Depressionen (1881–1910).
Historische und kulturelle Verwendung
- Seit mindestens 6.000 Jahren als Heil- und Rauschmittel genutzt – von Sumerern, Ägyptern, Griechen und Römern.
- Laudanum (Opium-Alkohol-Tinktur), im 16. Jahrhundert durch Paracelsus bzw. Thomas Sydenham popularisiert, war bis ins 19. Jahrhundert ein universelles Heilmittel.
- Opiumrauchen verbreitete sich ab ca. 1600 in China; der britische Opiumhandel führte zu den Opiumkriegen (1839–1860)
Weitere Informationen: