Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Mandarine

Mandarine (Citrus reticulata) bezeichnet sowohl eine Zitruspflanze aus der Familie der Rautengewächse als auch deren orangenfarbene Frucht.

Herkunft und Name

Die Herkunft der Mandarinen wird im Nordosten Indiens oder Südwesten Chinas vermutet. Die Pflanzen werden in China schon seit einigen tausend Jahren kultiviert, die erste sichere Erwähnung stammt aus dem 12. Jahrhundert v. Chr. Von der Ursprungsregion breitete sich die Mandarine über Südostasien und Indien aus. Die ersten Mandarinen, die nach Europa eingeführt wurden, kamen 1805 mit Sir Abraham Hume aus Kanton/China nach England („Kantoner Apfelsine“). Aus einer dieser ersten zwei Sorten hat sich später die „Mittelmeermandarine“ entwickelt. Der Name wurde über französisch mandarine und spanisch (naranja) mandarina „Mandarinen(-orange)“ ins Deutsche übernommen. Der Begriff verweist auf die gleichnamigen chinesischen Beamten und nahm möglicherweise Bezug auf deren gelbe Kleidung oder die besonders hohe Qualität der Früchte.

Beschreibung

Mandarinen sind die variabelste und größte Gruppe der Zitruspflanzen, was Fruchtform, Größe, Geschmack der Frucht und Habitus der Pflanzen betrifft. Sie sind in der Regel kleine, immergrüne Bäume. Die Zweige sind mit nur wenigen, kleinen Dornen besetzt. Die Blätter sind lanzettlich, auf beiden Seiten spitz zulaufend. Der Blattstiel ist nur undeutlich von der Blattspreite abgesetzt, die Flügel am Blattstiel sind nur als schmale Linie erkennbar.

Die Blüten stehen einzeln oder in wenigblütigen Blütenständen in den Blattachseln. Die Kelchblätter sind verwachsen, die fünf weißen Blütenblätter frei. Die 20 bis 25 Staubblätter sind in mehreren Gruppen miteinander verwachsen. Der Griffel ist lang und schmal.

Die Früchte der Mandarine sind wesentlich kleiner als Orangen, sie schmecken weniger sauer als die Orange und weisen ein unverwechselbares intensives, komplexes Aroma auf. Ihre Haut lässt sich im Vergleich zu anderen Zitrusfrüchten leichter abschälen, und sie lässt sich auch besonders leicht in von außen trockene Segmente zerteilen, wodurch man sie gut mit den Fingern schälen und essen kann. Jede Frucht besteht aus in der Regel neun Segmenten, die mit orangefarbenen Saftschläuchen gefüllt sind.

Wirtschaftliche Bedeutung

Im Jahr 2022 wurden weltweit 44.179.831 Tonnen Tangerinen, Mandarinen und Clementinen erzeugt mit Abstand angeführt von China (27.000.000 t). Europa produzierte im gleichen Zeitraum 3,0 Millionen Tonnen. Die größten Produzenten waren Spanien, Italien und Griechenland.

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